31. Juli 2020

Mein Podcast: Gespräch mit Yasmin Shahmir von Trippin

Wir sprechen mit Podcaster*innen aus allen Gesellschaftsschichten über ihre kreativen Prozesse und darüber, warum Audio eine der coolsten Möglichkeiten ist, eine Story zu erzählen.

Reisen ist viel mehr als nur die Bilder, die wir machen – entscheidend sind die Geschichten, mit denen wir zurückkehren. Das ist die Inspiration für The Trippin Podcast. Host Yasmin Shahmir spricht mit ihren Gästen darüber, was es bedeutet, ein*e moderne*r Reisende*r zu sein. Yasmin ist DJ und Musikerin aus Großbritannien. Außerdem ist sie Mitbegründerin der unabhängigen Reiseplattform Trippin, die von einem internationalen Netzwerk von Guides und Kreativen betrieben wird. Trippin möchte einzigartige Orte und Erlebnisse beleuchten, die normalerweise Einheimischen vorbehalten sind, und dabei gleichzeitig einen positiven kulturellen Wandel fördern. Yasmin sieht im Reisen (und im Podcasting darüber) eine Möglichkeit, die Entwicklung und die Erkenntnisse zu erforschen, die entstehen, wenn man eine Welt außerhalb der eigenen erlebt.

Foto von Chris Nechodom

The Trippin Podcast enthält Interviews mit einer Reihe von Gästen, deren vielseitige Storys all die unterschiedlichen Erlebnisse widerspiegeln, die Menschen beim Reisen machen – rund um die Welt. Ein Koch erinnert sich an seine denkwürdigsten Begegnungen mit Chili, eine Ballroom-Legende erzählt die Geschichte der Voguing-Szene und eine Aktivistin erhebt ihre Stimme im Kampf gegen die globale Flüchtlingskrise. Das sich entwickelnde Format wird durch Gesprächsausschnitte, Behind-the-Scenes-Kontext und beschwingte Zwischenspiele zusammengehalten, die der Show ein lebhaftes und dynamisches Wesen verleihen. Das ist nur eine der Methoden, mit der The Trippin Podcast die Essenz des Reisens einfängt. Hörer*innen erhalten einen authentischen und faszinierenden Eindruck von unterschiedlichen Kulturen, ganz bequem über ihre Kopfhörer.

Wir haben mit Yasmin über ihren Podcasting-Prozess gesprochen und sie gefragt, was sie im Laufe der Zeit alles gelernt hat.

Jaz O’Hara, Gründerin von @theworldwidetribe
Was hat euch dazu bewegt, einen Podcast aufzunehmen?

Bei den lebhaftesten und fesselndsten Gesprächen, die ich mit anderen geführt habe, ging es irgendwie immer ums Reisen. Die Menschen blühen richtig auf, wenn sie gefragt werden, welche Trips ihr Leben verändert haben oder was ihre schönste Reiseerinnerung ist. Kultur, Herkunft und Identität sind ebenfalls zentrale Themen, über die ich immer wieder diskutiere. Daher war es naheliegend, diese Gespräche mit The Trippin Podcast zu vereinen. Außerdem bin ich generell ein großer Fan von Podcasts als Medium. Die Intimität und das freie Format ermöglichen tiefere Verbindungen, bieten mehr Raum zum Lernen und erlauben den Geschichten, auf die Hörer*innen zu wirken.

Was ist das Format eurer Show und wie habt ihr euch dafür entschieden?

Das Format von The Trippin Podcast entwickelt sich ständig weiter. Die ersten Gespräche wurden persönlich aufgenommen, die Gäste und ich saßen uns direkt gegenüber. Anschließend habe ich das Intro, das Outro und die Titelmelodie hinzugefügt (produziert vom legendären Produzenten Ruckazoid aus der Bay Area). Bei unserer dritten Folge wurde es ein wenig interessanter. Wir haben sie aus Sprachaufnahmen zusammengebastelt, die Sam, einer der Mitbegründer von Trippin, mit unserem Gast Derek Ebony am Ende des Christopher Street Pier in New York City aufgenommen hat. Die Folge besteht aus einem mehr oder weniger professionellen Intro und Outro, einem auf Anchor aufgezeichneten Telefonat zwischen mir und Sam und Sams Sprachaufnahmen von Derek. Das war vielleicht eine Herausforderung. Aber es ist eine meiner Lieblingsfolgen. Die Bilder und Videos auf Trippin sind sowieso sehr collagenartig angeordnet, deshalb finde ich es toll, dass ich das mit dem Podcast jetzt auch akustisch zeigen kann.

Was benutzt du für die Aufnahme?

Ich verwende ein USB-Mikro aus der Yeti-Serie von Blue und nehme mit Garageband auf meinem Mac auf. Wenn ich aus der Ferne aufnehme, nutze ich Anchor für Gäste, die kein richtiges Mikro haben. Ich habe vor Kurzem meinen Kleiderschrank zu einer provisorischen Tonkabine umgebaut, um ein paar Übergänge aufzunehmen. Man muss sich einfach was einfallen lassen, vor allem im Moment.

Bild für Beitrag


Wie macht ihr Werbung für den Podcast?

Wir promoten unseren Podcast auf Instagram, unserer Website und den gängigen Podcast-Plattformen. Und wir stellen die Show auf eher DJ- und Musik-orientierten Plattformen wie Mixcloud vor, um hoffentlich ein paar neue Hörer*innen zu gewinnen. Außerdem nutzen wir gute alte Mundpropaganda. Ich schicke den Podcast an alle meine Freund*innen, die das Thema interessieren könnte. Sogar meine Mutter habe ich für ein bisschen PR eingespannt.

Gibt es eine Sache, die ihr im Vorfeld gerne übers Podcasting gewusst hättet?

Ich wünschte, ich würde mich besser mit Soundqualität und dem Aufnahmeprozess auskennen. Das ist mir fast peinlich, da ich schließlich fast 10 Jahre in Aufnahmestudios verbracht und mit großartigen Toningenieur*innen zusammengearbeitet habe. Aber hey, immerhin lerne ich es jetzt und es macht mir Spaß, herauszufinden, wie alles funktioniert.

Warum hast du dich dazu entschieden, deine Geschichte im Audioformat zu erzählen?

Unsere Welt ist voll mit Bildern und Bildschirmen. Geschichten hinterlassen bei mir einfach einen tieferen Eindruck, wenn ich sie höre und nicht sehe oder lese.

Bereite dich vor. Mach dich mit deinem Gast oder der Geschichte vertraut. Such dir ein paar Themen heraus, über die du sprechen möchtest, aber konzentrier dich auf die Antworten. Lass dich nicht verunsichern, wenn das Gespräch anders verläuft oder abschweift. In der Regel wird es dann erst so richtig interessant.
Was gefällt euch an Anchor besonders gut?

Mein Lieblingsfeature von Anchor ist Mit Freund*innen aufnehmen. Es ist einfach zu verwenden und superpraktisch, wenn du jemanden unterwegs erwischen möchtest.

Welche Ratschläge könnt ihr anderen Podcaster*innen mit auf den Weg geben?

Sprich nur über die Dinge bzw. interviewe nur die Personen, die dich wirklich interessieren. Du kannst bei Audio nicht einfach nur so tun. Wenn Menschen über Themen reden, für die sie so richtig brennen, dann ist diese Freude ansteckend. Bereite dich vor. Mach dich mit deinem Gast oder der Geschichte vertraut. Such dir ein paar Themen heraus, über die du sprechen möchtest, aber konzentrier dich auf die Antworten. Lass dich nicht verunsichern, wenn das Gespräch anders verläuft oder abschweift. In der Regel wird es dann erst so richtig interessant.

Was gefällt euch an eurem Podcast am besten?

Das Beste an The Trippin Podcast ist, dass wir uns mit so vielen unterschiedlichen Personen unterhalten können und diese universellen Themen finden, die uns alle miteinander verbinden.

Wie gestaltest du deinen Podcast? Schreib uns auf Twitter und Instagram. Weitere Tipps findest du in der früheren Ausgabe von Mein Podcast. Wenn du deinen eigenen Podcast starten möchtest, kannst du mit Anchor etwas Großartiges erschaffen.

Mehr Infos: Inspiration