Mein Podcast: Gespräch mit Amani von „ANTIDOTE“

27. Juli 2021
Wir sprechen mit Podcaster*innen aus allen Gesellschaftsschichten über ihre kreativen Prozesse und darüber, warum Audio eine der coolsten Möglichkeiten ist, eine Story zu erzählen.

Ob in ihrem privaten Instagram-Konto, unter @muslimgirl, bei Twitter, auf ihrer einflussreichen Website MuslimGirl.com, auf ihrem YouTube-Kanal oder in ihrem Podcast: Amani scheut sich nicht davor, ihre Meinung zu sagen – und die Menschen hören und sehen ihr zu und lesen ihre Beiträge.

Amani ist eine sogenannte Thought-Influencerin und unterscheidet sich somit von dem, was viele von uns im Jahr 2021 mit dem Begriff „Influencer*in“ assoziieren. Das spiegelt sich in allen Medieninhalten wider, die sie produziert. Am deutlichsten wird es aber wahrscheinlich in ihrem geliebten Podcast „ANTIDOTE“, in dem sie ihre persönlichen und ungefilterten Einblicke in Politik, Kultur und die oft toxischen Überschneidungen der beiden Bereiche teilt. Ein Muss für Fans von authentischen Gesprächen aus einer sehr persönlichen Perspektive.

Wir haben uns mit dem Multitalent getroffen und uns mit ihr unter anderem über die Herausforderungen während der Pandemie, über ihre historische Kandidatur für den amerikanischen Kongress und über ihre Inspirationsquellen unterhalten.

Was hat euch dazu bewegt, einen Podcast aufzunehmen?

Die Entscheidung, „ANTIDOTE“ zu starten, habe ich nach meiner ersten erfolglosen Kandidatur für den amerikanischen Kongress im letzten Jahr getroffen. Trotz diverser Schwierigkeiten war ich die erste muslimische Frau in der Geschichte meines Bundesstaats, deren Name auf dem Stimmzettel für die landesweiten Wahlen stand. Meine Chancen für einen Wahlsieg standen allerdings alles andere als gut. 

Ich bin stolz darauf, eine der beispiellos vielen jungen Women of Color gewesen zu sein, die im historischsten Wahljahr unseres Lebens für ein Amt kandidiert haben. So kam ich in direkten Kontakt mit den herrschenden Machtverhältnissen und lernte, warum die Dinge so sind, wie sie sind, und warum Stimmen wie meine so lange nicht gehört wurden. 

Unsere Kampagne für die Wahlen 2020 weckte das Interesse einer der jüngsten und vielfältigsten Gruppen von Freiwilligen. Viele engagierten sich zum ersten Mal, weil auch sie das Gefühl hatten, nicht länger schweigen zu können. Dadurch wurden so viele lebensverändernde Gespräche inspiriert, dass ich einen Podcast starten wollte, damit sie nicht im Sande verlaufen.

Was ist das Format eurer Show und wie habt ihr euch dafür entschieden?

Unsere Kampagne war aus verschiedenen Gründen historisch. Unter anderem war sie das erste politische Rennen [bzw. Teil davon], das inmitten einer Quarantäne begann und vollständig digital ablief. Und auch unsere Basis haben wir auf neue Arten eingebunden – beispielsweise im Rahmen von Veranstaltungen für Freiwillige mit inspirierenden jungen Ikonen und Freund*innen mit Vorbildfunktion, die coole Dinge tun. Dabei haben wir uns ganz entspannt bei Zoom getroffen und den geheimen Link dazu an alle unsere Freiwilligen geschickt. An einem Abend schaute meine Freundin, die talentierte Popsängerin und engagierte Aktivistin Lauren Jauregui, zu einem persönlichen Gespräch über unsere Kampagne vorbei und wir erhielten über Nacht mehr als Tausend Registrierungen von Freiwilligen. Das gab es so bei einer herkömmlichen Kampagne noch nie. Das Podcast-Format war dann eine natürliche Weiterentwicklung der digitalen Veranstaltungen, die wir bereits für die Kampagne durchgeführt hatten: Entweder spreche ich selbst bestimmte Themen direkt an oder ich lade eine bekannte Person ein und spreche mit ihr über das Thema, genau wie sonst in unserem Gruppenchat (nur ein bisschen weniger chaotisch).

Was benutzt du für die Aufnahme?

Wir haben mit den Aufnahmen in der Spotify Zentrale in New York begonnen, bis die Pandemie dazu führte, dass wir alles remote machen mussten, um die Gäste zu bekommen, die wir haben wollten. Das entpuppte sich jedoch als Glück im Unglück, denn sonst wäre es etwas schwieriger gewesen, [Ayanna Pressley, Rashida Tlaib und Ilhan Omar von] The Squad aus dem US-Kongress für unseren Podcast zu gewinnen, während sie mit der Rettung des Landes beschäftigt waren.

Wie macht ihr Werbung für den Podcast?

Der Podcast wird vollständig über meine Social-Media-Kanäle und durch die übliche Medienberichterstattung zu unseren Gesprächen promotet.


Wie hat dein Podcast dir dabei geholfen, die Gesellschaft positiv zu beeinflussen?

Er gibt Einblicke in tiefgründige Gedanken bekannter Kulturschaffender und Vordenker*innen, von denen wir allerdings nicht immer in einem gesellschaftlichen Kontext hören. Ich denke, viele Themen werden für junge Menschen leicht nachvollziehbar und zugänglich, wenn sie sehen, dass alle– auch diejenigen, zu denen sie aufschauen – wissen können, was in der Welt um uns herum passiert und welche Rolle wir dabei spielen. Es ist toll, informiert zu sein und eine eigene Meinung zu haben.

Die Entscheidung, „ANTIDOTE“ zu starten, habe ich nach meiner ersten erfolglosen Kandidatur für den amerikanischen Kongress im letzten Jahr getroffen. Trotz diverser Schwierigkeiten war ich die erste muslimische Frau in der Geschichte meines Bundesstaats, deren Name auf dem Stimmzettel für die landesweiten Wahlen stand. Meine Chancen für einen Wahlsieg standen allerdings alles andere als gut.

Gibt es eine Sache, die ihr im Vorfeld gerne übers Podcasting gewusst hättet?

Wie einfach es ist! Jede*r kann das, ganz egal wo. Du brauchst nur ein Mikrofon – also dein Smartphone, einen Laptop oder Ähnliches.

Warum wolltet ihr eure Geschichte im Audioformat erzählen?

Audio ist einfach. Viele Inhalte werden heutzutage in Audioelemente verpackt, da sie sich mühelos in unser turbulentes Leben integrieren lassen.

Welches Feature mögt ihr bei Anchor am liebsten?

Die App eignet sich sehr gut für Unterhaltungen unterwegs!

Was gefällt dir an deinem Podcast am besten?

Er ist eine Momentaufnahme der Gesellschaft und Kultur, eingefangen mit UNSERER Stimme.

Welche Ratschläge könnt ihr anderen Podcaster*innen mit auf den Weg geben?

Es gibt keinerlei Regeln! Alle finden erst nach und nach heraus, wie es geht. Das ist ja gerade das Schöne.


Die oben geäußerten Meinungen sind die der Befragten und nicht die von Anchor oder Spotify. Wie gestaltest du deinen Podcast? Schreib uns auf Twitter und Instagram.

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