12. August 2022

Arbeite smart, nicht hart: Dieser Satz, den du bestimmt schon einmal gehört hast, könnte das ultimative Podcaster*innen-Mantra sein. Podcasting bedeutet, jederzeit eine Vielzahl von Aufgaben jonglieren zu müssen: Themen für neue Folgen finden, den Zeitplan einhalten, Gäste buchen, aufnehmen, editieren und den Podcast vermarkten. Wege zu finden, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, hilft dabei, mehr zu schaffen und weniger Rückschläge hinnehmen zu müssen. 

Eine Möglichkeit, effizienter zu arbeiten, besteht darin, mit anderen Podcaster*innen zusammenzuarbeiten. Nutze die Podcast-Community zu deinem Vorteil. Gegenseitige Promotion ist ein wirksames Multitasking-Tool. Es gibt ein riesiges Netzwerk von Podcaster*innen, jede*r mit eigenem Publikum, die sich gegenseitig helfen können, ihre Reichweite zu vergrößern. 

Indem du in bestimmten Bereichen mit anderen zusammenarbeitest, kannst du das Publikum deines Podcasts vergrößern und gleichzeitig Partnerschaften pflegen, bei denen beide Seiten von Produktivität profitieren und Spaß haben können. Lerne alle Möglichkeiten kennen, wie du mit anderen Podcaster*innen Partnerschaften mit gegenseitiger Promotion eingehen kannst, die nicht nur einen Hype für deine Show erzeugen, sondern dir auch helfen, andere Punkte auf deiner To-Do-Liste abzuhaken.

Wie kannst du mit gegenseitiger Promotion das Publikum deines Podcasts ausbauen?

Gegenseitige Podcast-Promotion bedeutet, dass du dich mit einem*einer anderen Podcaster*in dazu absprichst, die Show des*der jeweils anderen zu promoten. Das kann ganz unterschiedlich aussehen, von einem einfachen Shoutout in einer Folge oder den sozialen Medien bis zu Gastauftritten im Podcast des*der jeweils anderen oder gemeinsam gehosteten Folgen.

Durch gegenseitige Promotion erreicht deine Show ein neues Publikum, das sich wahrscheinlich für das Konzept deiner Show interessiert. Avery Friedman, Creator Relations Manager bei Spotify, sagt: „Das Tolle an gegenseitiger Promotion ist die Garantie, dass deine Show einem neuen Publikum vorgestellt wird, das bereits mit dem Format von Podcasts vertraut ist.“

Du kannst einen Dominoeffekt erzeugen, indem du mehrere Möglichkeiten miteinander kombinierst. Wenn du deine Hörer*innen zum Beispiel in einer Folge über einen neuen Podcast informierst, den sie sich anhören sollten, kannst du das mit einem entsprechenden Post in den sozialen Medien verbinden, in dem du den*die Podcaster*in taggst. Diese*r kann dann dasselbe für dich tun, wodurch ihr einen Kreislauf der Unterstützung und einen Zustrom neuer Hörer*innen schafft. 

Beziehungen zu anderen Podcaster*innen aufbauen

Friedman sagt: „Gegenseitige Promotion ist ein effektives Mittel, um mehr Hörer*innen zu gewinnen und eine Community von Creator*innen aufzubauen.“

Bevor du Anfragen für gegenseitige Promotion an andere Podcaster*innen schickst, fang erst einmal damit an, eine Grundlage für eine natürliche, echte Beziehung zu schaffen. Sei ein Fan und ein*e Unterstützer*in, bevor du zum Geschäftlichen übergehst. Suche nach Podcaster*innen, die du bewunderst, die dich inspirieren und an denen du dich orientierst. Kennst du vielleicht schon ein paar Podcaster*innen? Das sind gute erste Anlaufstellen, während du deine Community aufbaust. 

Suche nach Podcasts, die ein ähnliches Publikum ansprechen und ähnliche Konzepte, Themen, Werte und Stile vertreten. Das bedeutet nicht unbedingt Shows, die in etwa tun, was du tust, sondern welche, die für dich und dein Publikum auf einer bestimmten Ebene interessant sein könnten.

Hör dir ihre Shows an, bewerte sie und folge ihnen, tausche dich mit ihnen in den sozialen Medien oder in Online-Communitys aus, antworte auf ihre Q&As und Umfragen oder geh einen Schritt weiter und abonniere ihre Podcasts. Erforsche diese Beziehungen und finde heraus, wie eine eventuelle Zusammenarbeit aussehen könnte. Selbst wenn es nicht dazu kommt, ist der Aufbau eines Netzwerks und einer Community für deine Show von Vorteil. Du könntest eine*n Hörer*in gewinnen oder die Aufmerksamkeit eines*einer anderen Creator*in auf dich ziehen, mit dem*der du in Zukunft zusammenarbeiten könntest.

Deinen Vorschlag unterbreiten

Wenn du eine freundschaftliche Beziehung zu einem*einer Creator*in aufgebaut hast, mit dem*der du gerne zusammenarbeiten würdest, ist es an der Zeit, einen Vorschlag auszuarbeiten. Sprich die Person mit einem durchdachten Angebot über Möglichkeiten zur gegenseitigen Promotion an. Friedman empfiehlt, sich auf das Gespräch vorzubereiten und darzulegen, warum du denkst, dass der*die Podcaster*in für eine Zusammenarbeit in Frage kommt, warum seine*ihre Show gut zu deinem Publikum passt und andersherum. 

„Wenn man andere Creator*innen wegen einer Partnerschaft anspricht, sollte man ihnen zeigen, dass man sich mit ihrer Show auskennt“, so Friedman. Wenn du die Show des*der potenziellen Partner*in bereits aufmerksam verfolgt hast und mit ihm*ihr interagierst, sollte das ein Leichtes sein. Erwähne bestimmte Folgen, die dir gefallen haben und warum, oder was dich an der Person und ihrem Hintergrund anspricht, oder was eure Zuhörer*innen gemeinsam haben könnten. 

Friedman ermutigt auch dazu, den eigenen Wert zu zeigen: „Kenne deinen Wert. Schreck nicht davor zurück, dich selbst zu verkaufen. Das fängt mit der Verwendung von Analysen an, um dein Publikum und deine Reichweite kennenzulernen und herauszufinden, was deinen Hörer*innen gefällt.“ Daten sind ein sehr mächtiges Werkzeug, nicht nur, um die Anzahl der eigenen Hörer*innen und Follower*innen zu ermitteln, sondern auch um herauszufinden, wie stark sie mit deinem Podcast interagieren. Ist dein Publikum bisher noch nicht besonders groß? Dann bedenke: Die Qualität ist mindestens so wichtig wie die Quantität, vielleicht sogar wichtiger. 

Gib in deinem Vorschlag Links zu einigen deiner besten Folgen an, erwähne bemerkenswerte Gäste, die du hattest, und alle Kennzahlen, die eine hohe Performance oder Beliebtheit der Inhalte zeigen. Wenn du Hörer*innen mit einer großen Fangemeinde oder beeindruckenden Referenzen hast, solltest du sie ebenfalls erwähnen. 

Tipp für gegenseitige Podcast-Promotion

Die besten Methoden für gegenseitige Promotion nutzen 

Denk bei der Planung von Kooperationen über die verschiedenen Strategien für gegenseitige Promotion nach und überleg dir, was deinen individuellen Bedürfnissen und Zielen am ehesten entspricht. Von einfachen bis hin zu aufwendigen Partnerschaften gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten für gegenseitige Promotion.

Du kannst zunächst das Interesse potenzieller Partner*innen abwägen, bevor du konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit vorschlägst oder in deinem ersten Vorschlag einige Optionen empfiehlst. Überleg dir, welche der folgenden Ansätze für eine gegenseitige Promotion am sinnvollsten wären. 

Soziale Medien

Um mit tief hängenden Früchten zu beginnen: Soziale Medien bieten eine unterhaltsame und zwanglose Plattform, auf der du anderen Podcasts und Creator*innen deine Wertschätzung zeigen kannst. Teile einen Clip aus einer Folge, die dir besonders gut gefällt, markiere eine*n Creator*in in einem Beitrag, in dem du deinen Follower*innen sagst, warum sie in seine*ihre Show reinhören sollten, oder teile seine*ihre Inhalte auf deinem Kanal. Du kannst auch eine wöchentliche oder monatliche Serie daraus machen, in der du jedes Mal einen anderen Podcast beleuchtest. Im Idealfall erwidert die andere Person dann den Gefallen. Du kannst solche Social-Media-Zusammenarbeiten aber auch im Voraus mit der anderen Person vereinbaren.

Promo Swap

Bei Promo Swaps machen Podcaster*innen laut Friedman in ihrer eigenen Show Werbung für andere Podcasts. Dazu fügen sie in der Regel einen mindestens 30-sekündigen Mid-Roll-Spot in ihre Folgen ein.

Dallas Taylor, Host von „Twenty Thousand Hertz“, hat die Wirkung des Promo Swap selbst erlebt. Eine seiner frühen Folgen, die nur ein paar Hundert mal angehört worden war, wurde auf einmal millionenfach angehört, nachdem Roman Mars, Host von „99% Invisible“, sie in seinem Podcast empfohlen hatte. Taylor hat sich daran ein Beispiel genommen und hört nun seinerseits im Rahmen seiner Show etwa jede fünfte oder sechste Folge in andere Podcasts rein. 

Ad Swap

Ad Swaps funktionieren ähnlich wie Promo Swaps, sind aber ein aufgenommenes oder vom Host vorgelesenes Werbesegment für einen anderen Podcast, das du an jedem beliebigen Zeitpunkt in eine Folge einbauen kannst. Hierbei kann es sich um eine kurze Vorschau handeln, oder du kannst ein von dem*der Podcaster*in vorbereitetes Skript vorlesen oder einfach den Podcast-Trailer abspielen. Taylor platziert solche Werbesegment für andere Podcaster*innen gerne am Ende seiner Folgen – seiner Aussage nach eine Stelle, die für Podcast-Werbetreibende schwer zu füllen ist.

Du kannst es deinen Kollaborationspartner*innen auch besonders einfach machen und selbst ein Werbesegment für deinen Podcast aufnehmen, das andere in ihrer Show verwenden können. 

Feed Drop

Ein Feed Drop ist wahrscheinlich die höchste Form der gegenseitigen Promotion, oder wie Taylor gerne sagt, „der König aller Swaps“.

„Bei einem Feed Drop fügen Podcaster*innen Audio anderer Creator*innen in ihre eigenen Folgen ein. Diese Clips werden in der Regel als eigenständige Folgen für eine vereinbarte Zeit im Feed angezeigt. Ihr könnt sie auch an das Ende einer Folge anhängen“, so Friedman. 

Hierfür eignen sich Teile von Folgen anderer Podcaster*innen oder ganze Folgen, insbesondere wenn sie kürzer sind. Du kannst auch einen ganzen Platz im Feed mit deinen Folgen für die Folge eines*einer anderen Podcaster*in reservieren. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, ein Intro aufzunehmen, in dem du die Folge vorstellst und erläuterst, warum dein Publikum zuhören sollte.

Gastauftritte

Wenn du noch einen Schritt weiter gehen willst, kannst du gegenseitige Gastauftritte mit anderen Creator*innen vereinbaren. Das bietet sich an, wenn du eine*n Podcaster*in kennengelernt hast, mit dem*der du dich sehr gut verstehst, oder auch, wenn du eine bestehende Zusammenarbeit ausweiten möchtest. Wenn du einen Podcast gefunden hast, bei dem du gerne als Gast auftreten möchtest, oder eine*n Creator*in, den*die du gerne in deinem Podcast interviewen würdest, teile am besten direkt deine Ideen zu Themen, Gesprächspunkten und so weiter. 

Co-Hosting

Die nächste Stufe der gegenseitigen Promotion von Podcasts ist Co-Hosting, eine der ultimativen Formen der Zusammenarbeit. Anstatt einfach nur eine*n Creator*in für deinen Podcast zu interviewen oder sich von ihr*ihm interviewen zu lassen, könnt ihre eine oder mehrere Folgen gemeinsam hosten. Ihr könnt die Folgen in Segmente aufteilen, die ihr gemeinsam moderiert, oder ihr könntet gemeinsam auf Spotify Live gehen und Fragen aus dem Publikum beantworten. Zusammen kreative Formate für Co-Hosting zu entwickeln und dabei Spaß zu haben, ist ein Bonus.

Bestehende Partnerschaften pflegen

Überleg dir im Anschluss an deine erste Zusammenarbeit, wie du sie weiterführen kannst. Starke, langfristige Partnerschaften sind ein gutes Signal für andere Creator*innen, und die Hörer*innen können dazu beitragen, neue Chancen aufzutun. Wenn du erst einmal solide Kontakte geknüpft hast, kannst du sie anderen Podcaster*innen vorstellen, um ihnen bei der gegenseitigen Promotion zu helfen und die Community, zu der du gehörst, zu erweitern.

Eine Möglichkeit dafür besteht darin, sich nach einem Projekt bei deinen Partner*innen zur Nachbereitung zu melden. „Führt einen offenen Dialog darüber, wie die Zusammenarbeit gelaufen ist, ob beide Parteien den Eindruck hatten, dass sie für beide Seiten vorteilhaft war, und was bei einer zukünftigen Kollaboration vielleicht noch verbessert werden könnte“, so Friedman. 

Durch die Zusammenarbeit mit anderen Podcaster*innen gewinnst du nicht nur Hörer*innen, sondern auch Gäste, füllst deinen Kalender und bekommst im Gegenzug kostenlose Werbung.