22. September 2022

Eine Möglichkeit, das Publikum deines Podcasts zu vergrößern, besteht darin, diesen für eine breitere Gruppe von Personen interessanter zu machen. 

Das klingt zunächst ganz einfach, ist allerdings mit einer Herausforderung verbunden. Wenn du mehr Themen in deinen Content einbaust, um neue Hörer*innen zu gewinnen, riskierst du, dass dein Podcast für deine loyalen Fans weniger relevant wird. Sie lieben dich schließlich für deine ganz speziellen Inhalte.

Es gibt eine andere Option. Gestalte deinen Podcast zugänglich und interessant für Menschen auf der ganzen Welt, die deine Leidenschaft teilen. Einer der vielen Vorteile von Podcasts ist schließlich, dass sie Grenzen überschreiten und auf der ganzen Welt konsumiert werden.

Der Trick besteht darin, zu lernen, wie und wo du internationale Follower*innen ansprichst. Ein Publikum zu erreichen, das in einem anderen Land lebt, erfordert ein bisschen Arbeit. Wirf doch mal einen Blick in deine Podcast-Analytics – dort findest du heraus, auf welche Regionen du dich konzentrieren und welche Taktiken du verwenden solltest, um möglichst erfolgreich zu sein.

Ermittle dein Zielland

Schritt 1 auf dem Weg zur Podcast-Weltherrschaft besteht darin, zu entscheiden, in welchen Ländern du am schnellsten neue Hörer*innen gewinnen kannst.

Die Standortdaten in Anchor sind der optimale Ausgangspunkt dafür. Gehe auf deinem Dashboard zu Publikum > Geografischer Standort, um zu sehen, wo deine Hörer*innen leben.

Screenshot des Anchor Dashboards mit Analytics zum geografischen Standort
Anchor Analytics schlüsselt dein Publikum unter anderem nach Herkunftsland auf.

Wenn du feststellst, dass deutsche Hörer*innen deinen Podcast entdecken, ohne dass du groß Werbung dafür machen musst, stehen die Chancen gut, dass du dort mit ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit schnell ein großes Publikum aufbaust.

Statische Ergebnisse sind hilfreich, aber du solltest auch Veränderungen über einen längeren Zeitraum tracken. Das bedeutet eine monatliche oder vierteljährliche Überprüfung dieser Daten. Auf diese Weise kannst du weniger offensichtliche Quellen für neue Hörer*innen ausfindig machen und neue Trends schneller erkennen.

Nehmen wir beispielsweise an, dass 1 % deines Publikum letzten Monat aus Deutschland kam. Diesen Monat sind es 2 % und nächsten Monat 3 %. Diese 3 % alleine würden dir nicht viel sagen. Aber die Entwicklung deutet darauf hin, dass irgendwas an deinem Podcast bei den Menschen in diesem Land gut ankommt.

Es gibt noch ein paar andere Stellen außerhalb deines Anchor Dashboards, wo du nach Infos zu einem neuen Publikum suchen kannst.

Lies Bewertungen und Kommentare auf Social Media, in denen ein Standort erwähnt wird. Geh dann deine Social-Media-Analytics durch, um herauszufinden, wo deine Follower*innen herkommen. Wenn du eine Website für deinen Podcast erstellt hast, kannst du mit Google Analytics prüfen, wo die Besucher*innen der Website leben. Personen, die deine Website besuchen, hören vermutlich auch deinen Podcast.

Du kannst auch einfach nachfragen. Verwende die Anchor Features Q&A und Umfragen, um herauszufinden, woher deine Hörer*innen kommen. Hake nach, wo sie deinen Podcast entdeckt haben und welche Segmente ihnen am besten gefallen. Das Gleiche kannst du auch auf Twitter machen. Frag die Leute, wie sie deinen Podcast gefunden haben, aber am besten in der Landessprache, um die Antworten zu verfeinern. 

Nutze die richtigen Plattformen

Nur weil Podcasts ein nahezu grenzenloser Kanal sind, heißt das nicht, dass alle am selben Ort zuhören. Menschen aus verschiedenen Ländern und Kontinenten bevorzugen unterschiedliche Plattformen. Stelle sicher, dass dein Podcast bei den jeweiligen Diensten verfügbar ist, damit dein neues internationales Publikum dich auch finden kann.

Die Anchor Analytics zeigen dir, welche Plattformen und Geräte bei deinem aktuellen Publikum beliebt sind.

Auf diese Weise erhältst du einen guten Überblick über die aktuelle Situation. Mit ein bisschen Nachdenken sagt dir das auch, wo internationale Hörer*innen deine Folgen finden. Nehmen wir mal an, du verzeichnest einen großen Anstieg an deutschen Hörer*innen. Gleichzeitig steigt auch der Prozentsatz der Leute, die über Spotify streamen. Diese Korrelation ist ein starker Hinweis darauf, dass dein neues deutsches Publikum dich auf dieser Plattform gefunden hat.

Eine kurze Google-Suche hilft auch. Eine Suche nach „beliebteste Podcast-Plattform in [Land]“ liefert mehrere aktuelle Statistiken für den beliebtesten Dienst an jedem Standort. 

Erstelle Content für ein internationales Publikum

Ausgefallene Themen eignen sich besonders gut für Podcasts, weil sie für eine bestimmte Zielgruppe relevant sind. Diese Theorie gilt auch, wenn du Fans aus einer neuen Region überzeugen möchtest – dein Content sollte auf irgendeine Weise für sie relevant sein.

Sieh auf deinem Anchor Dashboard nach, welche deiner Folgen am beliebtesten sind.

Screenshot des Anchor Dashboards mit Top-Folgen
Im Diagramm zu den Hörer*innen pro Folge erkennst du, auf welche Themen dein aktuelles Publikum steht. Überleg dir, ob sie auch bei einem internationalen Publikum ankommen würden.

Überprüfe deine erfolgreichsten Folgen auf Dinge, die Personen aus einer anderen Kultur vielleicht nicht verstehen würden.

Sprichst du beispielsweise über Dinge, die nur dort relevant sind, wo du lebst? Wenn du in einer im Juni veröffentlichten Folge 10 Minuten lang darüber sprichst, wie heiß es ist, können Hörer*innen in Australien nichts damit anfangen.

Wenn du regionalen Jargon verwendest, kommen internationale Fans möglicherweise nicht mit. Lass die umgangssprachlichen Ausdrücke wenn möglich weg oder erkläre sie zumindest.

Lade Gäste aus deiner Zielregion in deinen Podcast ein, damit sich deine neuen Hörer*innen wirklich wie zu Hause fühlen. Du bestätigst damit, dass der Podcast für dieses Publikum bestimmt ist. Bitte die Gäste, den Auftritt mit ihren Follower*innen zu teilen. Und vielleicht können sie dir sogar dabei helfen, die Feinheiten der Kultur besser zu verstehen.

Sobald dein Podcast eine Reihe neuer internationaler Hörer*innen gewonnen hat, lohnt es sich, eine Übersetzung in deren Muttersprache anzubieten. Wenn du eine Videoversion hast, kannst du Untertitel hinzufügen, oder du veröffentlichst ein Transkript. Die Transkription deiner Folgen kann auch bei der Suchmaschinenoptimierung helfen, somit profitierst du gleich doppelt.

Zu guter Letzt solltest du Erlebnisse oder Nachrichten aus der Region teilen, die du erreichen möchtest. In einer Studie von Edison Research aus dem Jahr 2020 gaben 47 % der befragten lateinamerikanischen Hörer*innen an, dass es wichtig sei, Geschichten aus ihrer Heimat in einem Podcast zu hören. Google Alerts ist dafür gut geeignet – du bekommst die Storys direkt per E-Mail zugeschickt.

Du hast keine Ahnung, was die Leute in anderen Ländern über dein Thema wissen möchten? Hör dir dort produzierte Podcasts an. Vielleicht gibt dir das ja sogar Ideen für neue Folgen, z. B. eine Analyse der Art und Weise, wie zwei unterschiedliche Kulturen über ein bestimmtes Thema sprechen. Und genau wie bei der Suche nach den beliebtesten Plattformen kann dir eine Google-Suche nach den „beliebtesten [Thema]-Podcasts in [Land]“ sagen, was die Leute in deiner Nische interessiert.

Konzentrier dich auf die aktivsten Städte

Es kann teuer und zeitaufwendig sein, einen Podcast an ein ganzes Land zu vermarkten. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, das Marketingziel auf die Städte und Regionen zu beschränken, die am empfänglichsten sind.

Suche zunächst in deinen Anchor Analytics nach lokalisierten Hotspots. Gehe zu „Geografischer Standort“ und klicke auf das gewünschte Land. Dir wird dann eine Aufschlüsselung nach Stadt oder Region angezeigt.

Screenshot des Anchor Dashboards zum geografischen Standort mit Aufschlüsselung nach Städten
Sieh dir die Daten zu den einzelnen Städten in dem Land an, das du ansprechen möchtest, um dein lokales Marketing zu optimieren.

Gehen wir davon aus, du suchst nach Follower*innen in Deutschland für deinen Podcast zur Geschichte der Mode. Dir fällt auf, dass die Hälfte deiner aktuellen deutschen Hörer*innen aus Düsseldorf kommt – der Modehauptstadt des Landes. Dort wirst du vermutlich den größten Erfolg mit deinem Marketing haben.

Du kannst jetzt lokal begrenzte Werbung auf Social Media in Düsseldorf schalten. Diese Ads schneiden hier möglicherweise besser ab als in weniger modebewussten Städten. Denk auch daran, organische Posts einzusetzen. Verwende aussagekräftige Hashtags für diesen Markt, wie #DüsseldorfCouture. Und kontaktiere lokale Influencer*innen, damit sie deine Show mit ihren hochfokussierten Follower*innen teilen.

Du kannst auch nach anderen Podcaster*innen suchen, die in dieser Stadt leben, und mit ihnen zusammenarbeiten. Finde jemanden, der über ähnliche Themen spricht, wie Mode in der Popkultur. Ihr könnt euch dann gegenseitig promoten, euch auf Social Media taggen und als Gast im jeweils anderen Podcast auftreten.

Nutze auch die Wirkung von Social Proof – die Leute verlassen sich gerne auf die Meinung anderer. In unserem Beispiel würdest du deine neuen deutschen Hörer*innen bitten, Posts auf Social Media zu kommentieren und Bewertungen abzugeben. Ihre Empfehlungen werden eine große Wirkung auf dein neues Publikum haben.

Geh deine Analytics regelmäßig durch, um dein globales Publikum zu vergrößern

Publikumszuwachs ist dynamisch. Neue Hörer*innen kommen aus unerwarteten Bereichen. Einige Folgen werden ihnen besser gefallen als andere und sie werden Dinge ablehnen, die du vielleicht nicht erwartest.

Durch eine regelmäßige Überprüfung deiner Podcast-Analytics behältst du den Überblick über die sich ständig ändernde Gruppe von Menschen, die deinen Podcast hören und teilen. Nimm dir regelmäßig Zeit – etwa jede Woche oder jeden Monat – um deine Podcast-Insights durchzugehen und zu verstehen. Dadurch hast du alle erforderlichen Informationen, um die bestmögliche Show für deine Fans zu gestalten und neue Fans zu finden, wo auch immer sie leben.