22. Februar 2022

Für angehende Podcaster*innen ist die Wahl des richtigen Podcast-Themas ein wichtiger Faktor, um ein Publikum zu gewinnen und inspiriert zu bleiben. Allerdings ist diese Wahl nicht immer einfach. Woher weißt du, ob du das richtige Thema gefunden hast? Und woher weißt du, ob es für dieses Thema ein Publikum gibt?

Die Zahl möglicher Podcast-Themen ist schier unendlich. Anstatt dir vorzuschreiben, worüber du sprechen sollst, haben wir einige Podcaster*innen gebeten, zu erzählen, wie sie ihr Thema ausgewählt haben.

Das sind die Podcaster*innen, die dir helfen werden:

  • Casey Adams, Host von The Casey Adams Show. Casey spricht im Rahmen seines Podcasts mit einigen der erfolgreichsten Unternehmern der Welt.
  • Christine Chen und Regina Fang, die Hosts von Perfectly Imperfect. Die beiden besprechen geistige Gesundheit, Freundschaft und die Lektionen des Lebens aus Sicht zweier asiatisch-amerikanischer Frauen.
  • Sapphire Sandalo, Host von Stories with Sapphire. Sie bespricht übernatürliche Geschichten, die die Welt prägen.

Die Tipps dieser Podcaster*innen sind insbesondere nützlich, wenn du eine neue Show starten willst. Sie eignen sich aber genauso gut für eine bereits laufende Show, wenn du das Gefühl hast, dass dein Podcast einen Schub braucht.


Finde einen Grund

Bei der Ideenfindung für Podcast-Themen geht es häufig um die Wahl eines Formats und die Gewinnung von Hörer*innen. Am Anfang ist es jedoch wichtig, sich erst einmal zu fragen: Warum will ich überhaupt einen Podcast starten? Du wirst überrascht sein, wie hilfreich ein wenig Selbstreflektion ist, wenn du große kreative Sprünge machen willst.

Casey, Host von „The Casey Adams Show“


„Nimm dir etwas Zeit, um herauszufinden, was deine Perspektive einzigartig macht, und schreib das auf ein Blatt Papier“, sagt Casey. „Mach dir klar, warum du einen Podcast starten willst. Möchtest du eine Verbindung zu anderen Menschen aufbauen? Großartige Gespräche führen? Deine Ideen ausdrücken?“

Wenn du den Grund nicht auf Anhieb erkennen kannst, schlagen Christine und Regina vor, an einen Inhalt zurückzudenken, der dich inspiriert hat, und diesen als Ausgangspunkt zu nutzen.

„Such dir bei anderen Podcasts, Videos und Büchern das heraus, was dich anspricht, und arbeite genau heraus, warum es dich anspricht“, raten sie. „Ging es um Karriere, Aktivismus, Dating oder Gesundheit? Welche Fragen oder Gedanken hast du zu diesen Themen? Fang damit an, dann wirst du deine eigene Stimme finden. Lass dich davon leiten, wenn du deinen Podcast produzierst.“

Mach dir keine Sorgen, wenn dir dein Podcast-Thema zu skurril oder zu nischenorientiert vorkommt. Je mehr du deine Show differenzieren kannst, desto besser. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich andere Menschen wünschen, dass es so eine Show gäbe, und dir zuhören wollen.

„Mach dir keine Gedanken darum, wie du Hörer*innen gewinnst“, sagt Sapphire. „Wenn du eine Show machst und dabei Spaß hast, findet das Publikum dich.“


Erzähle eine Geschichte, die nur du erzählen kannst

Egal, wer du bist oder welchen Hintergrund du hast, du hast eine Perspektive, die du nur mit wenigen anderen Menschen auf der Welt gemein hast. Mach dir das zu Nutze. Vielleicht hast du Zugang zu Menschen oder Daten, die dir die Möglichkeit geben, eine einzigartige Geschichte zu erzählen. Vielleicht hast du auch wie Christine und Regina aufgrund deiner Lebenserfahrung einen einzigartigen Blickwinkel.

„Als wir 2017 unseren Podcast starteten, hatten wir in Podcasts nicht viele Gespräche zu heiklen Themen gehört, insbesondere als Women of Color“, sagt Christine. „Wir wollten einen Raum schaffen, in dem wir offen und authentisch über unsere Erfahrungen sprechen konnten, und damit auch andere erreichen, die sich mit ihren Gedanken vielleicht allein fühlen.“

Manchmal reicht es schon aus, einen neuen Blickwinkel auf ein beliebtes Thema zu haben, damit ein Podcast bei den Hörer*innen Anklang findet. Als Casey mit 17 beschloss, seine Show zu starten, gab es bereits etliche Podcasts zum Thema Unternehmertum. Doch anstatt zurückzuschrecken, entschied er sich dafür, Unternehmertum aus seiner Perspektive als Mitglied der Generation Z zu beleuchten.

Die Moral von der Geschicht'? Lass dich nicht entmutigen, wenn schon jemand anderes das Thema behandelt, das dich interessiert. Du musst dem Thema nur deinen Stempel aufdrücken.

„Es gibt viele andere Podcasts über Geistergeschichten und paranormale Phänomene, aber ich achte darauf, dass mein Podcast ganz und gar meine Handschrift trägt, dass niemand sonst diese spezielle Show präsentieren könnte“, sagt Sapphire. „Wenn sich jemand meinen Podcast anhört, hört er meiner eigenen spirituellen Entwicklung zu, während ich erzähle, was ich gelernt habe.“

Sapphire Sandalo, Host von „Storys with Sapphire“


Entscheide dich für ein Thema, das langfristig Gesprächsstoff bietet

Wenn eine große Meldung Schlagzeilen macht oder etwas in den sozialen Medien viral geht, bist du vielleicht versucht, das Thema in einem Podcast aufzugreifen. Eine einzelne Podcast-Folge über ein zeitkritisches Thema aufzunehmen, kann ein guter Weg sein, um Hörer*innen zu gewinnen. Um jedoch eine Show zu produzieren, die über einen längeren Zeitraum hinweg relevant ist, raten die Podcaster*innen, mit denen wir gesprochen haben, ein Thema zu wählen, über das man als Podcast-Neuling mehrere Staffeln sprechen können.

Wenn zum Beispiel eine Fehde zwischen Prominenten dein Interesse weckt, könntest du eine Folge aufnehmen, um das öffentliche Interesse auszunutzen. Aber wenn die Fehde im Sande verläuft, gibt es nicht mehr viel zu besprechen.

Wenn dein Podcast-Thema von Natur aus ein Dauerbrenner ist, hast du immer etwas, worüber du reden kannst, und neue Hörer*innen können aus jeder Folge, die sie sich anhören, einen Mehrwert ziehen. „Wir setzen auf Themen, die immer aktuell sind, damit alle, die irgendwann auf eine unserer Folgen stoßen, etwas mit unserem Gesprächsthema anfangen können“, sagt Regina. „Wir bekommen wirklich viele Nachrichten von Ersthörer*innen, die gerade unsere erste Folge gehört haben.“

Die Hosts von „Perfectly Imperfect“


Egal, ob das Thema, über das du sprechen möchtest, 10 oder 10 Millionen Fans hat, dein Publikum merkt, ob du dich dafür interessierst. Aber das ist nicht alles. Du musst die Show selbst vorantreiben, Fragen stellen und auf eigene Faust zu Themen recherchieren. Entscheide dich also am besten für etwas, über das du sowieso mehr erfahren möchtest.

„Wenn dich ein beliebtes Thema absolut begeistert, dann mach auf jeden Fall eine Show dazu“, sagt Sapphire. „Aber die Hörer*innen merken es sofort, falls du nicht authentisch bist.“


Hol dir Feedback zu deinen Ideen für ein Podcast-Thema ein

Feedback jeglicher Art ist ein entscheidender Faktor dabei, das Thema deines Podcasts zu finden. Es hilft dir, deine Überlegungen zu konkretisieren, und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du eine Show produzierst, die gut ankommt.

Frag vielleicht deine Follower*innen in den sozialen Medien nach ihrer Meinung. Auf vielen Social-Media-Plattformen kannst du ganz einfach Umfragen starten, um herauszufinden, was deine Fans wollen. Du kannst dich auch direkt an Personen deines Vertrauens wenden und sie um detaillierteres Feedback zu deiner Podcast-Themenidee bitten.

„Wir haben unsere Idee für ‚Perfectly Imperfect‘ mit Freunden und Familienmitgliedern besprochen“, sagt Christine. „Regina und ich hatten schon jahrelang intensive Gespräche geführt, daher wussten die Leute, die uns am besten kennen, wie schwesterlich, frech, echt und offen wir in unserem Podcast sein würden.“

Die Relevanz von Feedback endet jedoch nicht mit der Themenfindung. „The Casey Adams Show“ ist ein interviewbasierter Podcast, daher bittet Casey seine Hörer*innen, Gäste und Themen für die Zukunft vorzuschlagen.

Sobald du deinen Podcast veröffentlicht hast, kannst du die Features „Q&A“ und „Umfragen“ verwenden, um dein Publikum mühelos einzubinden. So kannst du Kommentare und Fragen von Fans direkt in den Folgen beantworten, um so die Inhalte und die Ausrichtung deiner Show zu gestalten.

Mit dem Feature „Sprachnachrichten“ von Anchor können Fans kurze Audioclips senden, sodass du überall und von jedem Kommentare oder Feedback einholen kannst. Du kannst Sprachnachrichten sogar als Segmente im Tool zum Gestalten von Podcast-Folgen hinzufügen.


Sei hinsichtlich des Themas und des Formats deines Podcasts flexibel

Das Schöne am Podcasting ist, dass du deine Show im Laufe der Zeit weiterentwickeln kannst. Es ist in Ordnung, wenn du in den ersten Folgen noch nicht so richtig durchstarten kannst.

„Man findet vielleicht nicht auf Anhieb das perfekte Podcast-Format oder -Thema“, sagt Casey. „Es ist wichtig, immer wieder verschiedene Dinge auszuprobieren, um herauszufinden, was am besten zu einem passt.“

Vielleicht wolltest du einen Podcast über die Geschichte eines Themas starten, aber dein Publikum wünscht sich eher Anleitungen – warum probierst du es nicht aus? Oder vielleicht findest du einen besseren Weg, deine Hörer*innen mit deinen Inhalten zu fesseln. Sapphire zum Beispiel hat ihr Intro in der Anfangsphase ihrer Show verändert.

„Am Anfang habe ich für jede Folge eigene Gedichte geschrieben. Ich habe aber schnell gemerkt, dass das nicht dauerhaft machbar ist“, sagt sie „Wenn man erst einmal ein paar Folgen auf dem Buckel hat, findet man seinen Rhythmus.“


Sei mutig und schalt dein Mikrofon ein

Du kannst dein Podcast-Thema nur auf eine Weise testen: Nimm die erste Folge auf und veröffentliche sie. Sie muss nicht perfekt sein, aber du brauchst eine Basis, von der du ausgehen kannst.

„Ich habe schon erlebt, wie viele Podcaster*innen zu viel über ihren Podcast nachgedacht und ihre Show nie wirklich gestartet haben“, sagt Casey. „Wenn du weißt, was dich begeistert, mach das Mikro an und fang mit der Aufnahme an. Du wirst überrascht sein, wie sehr du dich als Podcaster*in weiterentwickelst, sobald du aufnimmst.“

Egal, welches Podcast-Thema du dir vornimmst: Bleib für eine Handvoll Folgen dabei. So bekommst du genügend Daten, um herauszufinden, wo du dich verbessern kannst und was deine Hörer*innen mögen.

Hinweis: Dieser Blogpost wurde am 22. Februar 2022 aktualisiert. Die ursprüngliche Version wurde am 19. September 2019 veröffentlicht.