22. März 2022

Wenn dein Podcast eines nicht braucht, dann das Wort „Podcast“ im Namen.

Denk mal an die Musik, die du so hörst. In der Regel ist das Wort „Album“ nicht im Albumtitel enthalten – mit Ausnahme farbenfroher Veröffentlichungen wie The White Album, The Blue Album, The Black Album und The Grey Album.

Dasselbe gilt für Podcasts. Sie sind inzwischen so weitverbreitet, dass du Hörer*innen nicht ausdrücklich auf das Format hinweisen musst. Im Gegenteil, oft macht das Wort „Podcast“ es schwieriger, zu erkennen, ob eine Show das Richtige für sie ist, erklärt Alex Bousquet, Product Marketing Lead bei Spotify. „Bei der Suche nach neuen Shows führt dies eher zu Verwirrung und macht es schwerer, eine Entscheidung zu treffen. Angenommen, mir werden mehrere Shows vorgeschlagen, die „Der Garten-Podcast“ heißen. Woher soll ich wissen, welcher eher meinen Geschmack trifft?“

Du weißt jetzt auf jeden Fall, was du nicht tun solltest. Machen wir weiter mit unseren Tipps, wie du einen einschlägigen Namen für deinen Podcast findest, der auch in Zukunft noch richtig gut ankommt. Im Prinzip läuft alles auf eine grundlegende Tatsache hinaus: Die besten Podcast-Namen sind einzigartig.

Sei möglichst kreativ

Inzwischen gibt es Millionen von Podcasts weltweit, also ist es nicht verwunderlich, dass einige ähnliche Namen haben. Andere werden vielleicht übersehen, weil sie zu generisch oder vage klingen. Wähle also einen Titel, der auffällt.

„Je informativer und einzigartiger ein Name ist, desto mehr hebt er sich von der Masse ab und zieht so letztendlich mehr Hörer*innen an. Spar dir die sieben Zeichen für „Podcast“ und überleg dir lieber einen ganz besonderen Titel. Oder gib deiner Show einen kurzen und simplen Namen“, sagt Bousquet.

Der Podcast „How to Save a Planet“ von Gimlet klingt beispielsweise wesentlich ansprechender als „The Sustainability Podcast“. Der erste Titel kommuniziert eine klare Mission und hat einen mitreißenden Effekt. Dem zweiten fehlen der Fokus und der Tatendrang.

Das Publikum als Orientierungshilfe

Versetz dich in die Köpfe deines idealen Publikums hinein und frag dich, was diese Hörer*innen interessieren würde. Dazu musst du diese Community natürlich gut kennen. „Der Name sollte verdeutlichen, was deine Show besonders macht, damit Nutzer*innen, die zufällig darüber stolpern, sofort denken: ‚Das ist genau mein Ding.‘“, sagt Bousquet.

Du könntest beispielsweise beim Thema anfangen. Wenn es in deinem Podcast um die Discokultur der 70er in New York City geht, könntest du ihn „Storys aus dem Studio 54“ nennen.

Wenn dein Publikum aus Liebhaber*innen von Naturweinen besteht, sollten diesen die Begriffe „Natty“, „Naked Wine“, „Vin Naturel“ und „Orange Wine“ vertraut sein. Überlege, wie du diese oder andere Schlagwörter aus der Welt der Naturweine in einen Podcast-Titel einbauen kannst.

Du kannst dich beim Titel auch an deiner Zielgruppe orientieren. „Motherhood Sessions“ von Gimlet beispielsweise ist ein Podcast, in dem Mütter über das Muttersein interviewt werden. Der Name sagt dir genau, an wen sich der Inhalt richtet.

„Shows haben heutzutage bessere Chancen denn je, eine große und treue Fanbase aufzubauen, egal wie speziell das Thema ist“, erklärt Bousquet. Was ist deine Nische? Vielleicht ergibt sich ja daraus ein Name für deine Show. Der Podcast „The Kennedys“ von Parcast präsentiert seine Nische kurz und bündig im Titel. Es geht nicht nur um Politik, Geschichte oder Verbrechen, sondern um eine Kombination aus allen drei, wobei die amerikanische Politikdynastie im Zentrum steht.

Auffindbarkeit ist der Schlüssel

Du brauchst einen Podcast-Namen, der einzigartig und einprägsam ist. Wenn eine*r deiner Hörer*innen einem*einer Freund*in von deinem Podcast erzählt (dein Traumszenario), sollte diese*r Freund*in ihn sofort finden können. Der Spotify Studios Podcast „Bandsplain“ beispielsweise ist das erste Suchergebnis für diesen Suchbegriff und auch bei einer Suche nach Keywords wie „Band“ oder „Bands“ wird er ziemlich weit oben angezeigt.

Vielleicht spielst du mit dem Gedanken, Sonderzeichen einzubauen oder kreative Schreibweisen zu verwenden – lass es lieber bleiben. Das macht es potenziellen Hörer*innen nur unnötig schwer, nach deiner Show zu suchen.  

Deine Marke als Ganzes

Betrachte bei der Auswahl eines Namens für deine Show das große Ganze. Dieser Name vermittelt, worum es in dem Podcast geht. Er lässt Hörer*innen und potenzielle kreative oder geschäftliche Partner*innen wissen, wer du als Podcaster*in bist.

Denk über die Zukunft nach. Wenn du vorhast, deinen Podcast langfristig zu produzieren, solltest du einen allgemeineren Namen wählen und dich nicht auf ein bestimmtes Element eines Themas festlegen. Nehmen wir einmal an, du möchtest über Reality-TV sprechen. Der Titel deines Podcasts sollte sich auf das Genre konzentrieren und nicht auf die Show, die du in der ersten Staffel besprichst. Wenn der gesamte Podcast von einer bestimmten Realityshow handeln soll, dann ist es natürlich sinnvoll, diese in deinen Titel aufzunehmen. Unabhängig davon, worum es in deinem Podcast geht, solltest du dir überlegen, ob der Name auch in 10 Jahren noch verstanden wird.

Deine spezifische Wortwahl sagt einiges über dich als Marke aus. Selbst wenn zwei Podcasts das gleiche Wort im Titel haben, können sie sich mit zwei völlig unterschiedlichen Themen für völlig unterschiedliche Zielgruppen befassen. Ein Podcast namens „Fruits of the World“ [Früchte aus aller Welt], in dem es um einheimische Früchte verschiedener Länder und Regionen geht, hat absolut nichts mit dem Spotify Studios Podcast „Forbidden Fruits“ [Verbotene Früchte] zu tun, in dem frei und offen über Tabuthemen gesprochen wird.

Eine weitere Überlegung zum Thema Branding ist, wie der Titel deiner Show visuell wirken wird. Stell dir den Titel in Marketingmaterial oder ausgedruckt vor, besonders auf deinem Cover. Dein Cover ist das Logo deines Podcasts. Es ist der wichtigste visuelle Inhalt, den Hörer*innen deiner Show zuordnen. Erstelle ein paar Testcover mit verschiedenen Titeloptionen. Wenn du dich zwischen mehreren Optionen entscheiden musst, kann der ausschlaggebende Faktor sein, wie gut ein Name mit dem Cover harmoniert.

Denk noch ein Stückchen weiter. Sobald dein Podcast ein solides Publikum gewonnen hat, möchtest du vielleicht Merch kreieren. Wie macht sich der Name der Show auf einer Tasse, einem T-Shirt, einem Schlüsselanhänger oder einer Cap?

Ohne Recherche geht gar nichts

Es kann gut sein, dass deine erste Idee – oder die ersten paar Ideen – für einen Podcast-Namen bereits vergriffen ist. Jetzt liegt es an dir, kreativ zu werden und dir genügend Zeit zu nehmen, ein paar richtig gute Alternativen zu finden.

Auch wenn dir ein Name besonders gut gefällt, wenn er bereits vergeben ist, solltest du es dir zum Ziel setzen, dir etwas noch Besseres auszudenken. „Einen einzigartigen und einprägsamen Shownamen zu finden ist nicht einfach. Nimm dir ruhig Zeit und versteife dich nicht auf deine erste Idee“, sagt Bousquet. Mach eine Liste mit möglichen Titeln, bevor du dich an einem aufhängst. Suche dann auf Google und verschiedenen Podcast-Plattformen nach den Titeln, um sicherzustellen, dass es noch keine Shows mit diesen Namen gibt.

Wenn du feststellst, dass bereits jemand dieselbe Idee hatte, erkunde verschiedene Optionen und Variationen eines Konzepts. Hast du eine clevere Eingebung? Findest du einen Ansatz oder einen Blickwinkel, auf den noch niemand gekommen ist? Etwas nicht ganz so Offensichtliches über dein Thema? Verwende das, um einen neuen Namen auszuarbeiten und dich von ähnlichen Podcasts abzuheben.

Die Recherche ist ein wichtiger Teil des Planungsprozesses für deine Show insgesamt, nicht nur für den Namen. Möglicherweise findest du einen Podcast, bei dem es genau um dein Konzept geht. Das bringt dich dann vielleicht dazu, einen neuen Ansatz zu entwickeln, um deine Show weiter zu differenzieren.

Nehmen wir mal an, du möchtest einen True-Crime-Podcast über Serienmörder starten, aber „Serial Killers“ von Parcast hat sich mit diesem Thema bereits etabliert. Angesichts dessen würdest du das Thema dann ein bisschen anders angehen und vielleicht über nie gefasste Serienmörder sprechen. Der Titel könnte dann „Uncaught Serial Killers“ lauten.

Lass dir Zeit bei der Namenswahl

Denk an die Beispiele, die wir hier aufgeführt haben. Würde das Wort „Podcast“ irgendeinen der Namen besser machen? Es ist vielleicht praktisch, sich auf die Formel „Thema + Podcast“ zu verlassen, aber wir glauben, dass du das besser kannst. Greife tief in deine Wortschatzkiste und lass deiner Fantasie freien Lauf. Dann findest du mit Sicherheit den besten und vor allem einen einzigartigen Namen für deine Show.

Bousquet fügt hinzu: „Im Laufe der Jahre war das Anhängen von ‚Podcast‘ eine bequeme Lösung, wenn wir uns den Kopf über den Namen unserer neuesten Kreation zerbrachen. Wer kennt das nicht? Wir fühlen uns inspiriert, eine Show zu erstellen, und wenn wir ihr einen Namen geben sollen, greifen wir auf das uninspirierte ‚Der X-Podcast‘ zurück. Nach der Veröffentlichung landet unsere Show in einem Meer von Shows mit ähnlich klingenden Namen, was es schwierig macht, sie zu finden oder zu entdecken.“

Nachdem du so viel Zeit, Mühe und Herzblut in die Planung deiner eigentlichen Show gesteckt hast, möchtest du vielleicht nicht nochmal so viel Arbeit in die Namensfindung investieren. Aber denk daran, der Titel repräsentiert deinen Podcast und alles, wofür er steht. Du wirst froh sein, den richtigen gewählt zu haben.